Spätsommer. Ein Übergang von der Fülle und Ferienzeit in den Herbst. Für mich ein Übergang vom Urlaub in eine konzentrierte Kreativzeit. Mein August war geprägt von der Natur. Ich war so viel draußen. Auf dem Rad. Im Wasser, im Naturbad und im See. Auf meiner Yoga-Matte im Garten. Im Wald. Die Spuren von Hitze, Niedrigwasser und Klimakrise sind deutlich. Und die Schönheit und Kraft der Natur waren dennoch auch da.
In dieser Pause habe ich jeden Mittwoch an einem Schreibworkshop teilgenommen. Dabei ist ein Text entstanden, den ich hier gerne teilen möchte: „Still“:
„Ich bin nicht die Sorte Mensch, die G-ttes Stimme hört. * Ich bin sogar zutiefst misstrauisch, wenn Menschen ihre Entscheidungen damit begründen. * Mein Erleben ist eher, dass G-tt schweigt. Und ich übe seit Jahren, nicht zurückzuschweigen. * Wenn ich mir diese Stimme nun trotzdem vorstelle, dann klingt sie weise. * Sie würde gute Geschichten erzählen. Erinnerungen an die Kraft der Vergangenheit, und die Möglichkeiten der Zukunft. * Sie würde mütterlich klingen, mit diesem besonderen Klang bedingungsloser Zuneigung. * Und kindlich, neugierig und unbeschwert. * Sie würde auch väterlich klingen, doch respektvoll. Vielleicht eher großväterlich, leise und gewaltlos.* Sie wäre helles Lachen. * Und ein tiefer Seufzer. * Sie klänge wie diese Tante am Spielfeldrand, die ihre Nichten und Neffen anfeuert.* Sie würde uns natürlich Mut zuflüstern. * Sie klänge wie Vogelgezwitscher, wie das Plätschern der Wellen und und das Grollen des Donners. * Sie wäre auch ein Wutausbruch im Namen der Gedemütigten. * Und sie würde ganz gewiss singen, mit einer warmen Altstimme. Lieder von Vertrauen und Gleichwürde und Solidarität. * Alles, was ich bringen kann, sind Zweifel und Sehnsucht. * Ich vertraue, dass die Shechina das versteht. * Und wenn ich mir ihre Stimme vorstelle, dann stelle ich mir jetzt auch vor, dass ich sie hören würde. * Dass mein Herz sie hören könnte. * Auch wenn ihre Stimme sanft ist und still. Sie ist jetzt und immer, still, da. Und ich höre ein Wort gegen die Angst und ein paar Zeilen für die Freiheit.“
Den September über werde ich in einem Kloster leben und arbeiten. Das neue Programm von 2Flügel „Die Schönheit von schwingender Luft“ soll unsere ganze Aufmerksamkeit bekommen – einen Schwung, das wäre schön. Ein paar kleine Konzerte, eine Schreibwerkstatt gehören auch in diese Zeit, das wird mich sicher auch beflügeln.
Und dann ist Herbst. Ich freue mich auf viele Begegnungen. Im großen Netz, bei Insta. Und: Meine täglichen Posts finden sich auch hier auf dieser Webseite. Live bei Konzertlesungen, Vorträgen, bei Frühstückstreffen oder in einem G*ttesdienst. Herzlichen Dank für alle Verbundenheit. Für Grüße, Nachrichten, Mails, Kommentare, Feedback und Fragen. Trotzkraft*Segen für den Spätsommer, für Deine Übergänge, für die Vorbereitung auf den Herbst.




